Üben, üben, üben…..
Alle 2 Wochen treffen wir uns im Ortsverein zu unseren Dienstabenden. Neben organisatorischen Dingen wird Fachwissen in Theorie und Praxis vermittelt. Gerade die praktischen Übungen, sog. Fallbeispiele zeigen einem immer wieder was man alles nicht weiß. Ein konkretes Beispiel war der heutige Dienstabend bei dem ich trotz relativ eindeutigen Hinweisen eine falsche Diagnose gestellt und danach gehandelt habe. Natürlich bleibt bei solchen Aktionen der nötige Ernst ein wenig auf der Strecke, man kennt sich ja aber im Realfall hätte es eine Verschlechterung der Gesamtsituation zur Folge gehabt.
Was will ich damit sagen: Man kann gar nicht häufig genug üben um wenigstens etwas Sicherheit im Einsatz zu erlangen. Atemnot hat eben nicht immer etwas mit Asthma zu tun, da gibt es noch 27 andere Möglichkeiten und die gilt es zu erkennen. Nachdem man meint einen Grund für das Problem erkannt zu haben, sollte man dieses Ergebnis gelegentlich hinterfragen und spätestens wenn der oder die Betroffene Anzeichen für eine Verschlechterung des Zustandes zeigt, ist es an der Zeit noch einmal alle Informationen zu filtern die man bis dahin hat.
In der Theorie ist vieles schnell gesagt und vermeintlich begriffen aber Erlebtes schult besser zumal dort trotz Schauspiel immer auch Stress dabei ist.
Wenn Fallbeispiele auf dem Dienstplan stehen ist die Beteiligung bescheiden aber gerade das ist es doch was uns (oder mir) den Stoff nahe bringt. Ich denke, dass ich nach den heutigen Abend entsprechende Anzeichen einer Erkrankung sicherer deuten kann.
Auch wenn Fallbeispiele anstrengend sind und man dabei auch gehörig ins Schwitzen kommen kann so finde ich sie unheimlich wichtig. Derjenige der da vor uns liegt verlässt sich voll auf unser können und Wissen und ich möchte nicht miterleben müssen jemanden durch mein Handeln noch tiefer in etwas hinein zu reißen als er ohnehin schon ist.
Wir arbeiten am lebenden Menschen und diese Menschen vertrauen uns und es ist nicht immer jemand dabei an den wir abgeben können wenn wir mit unserem Latein am Ende sind.
Vielleicht sollte sich der eine oder andere mal fragen ob er wirklich so gut ist wie er meint.
Vielen Dank an Frau Meier die heute meine Patientin war und an den Rest für die Mitarbeit und die Ausarbeitung.
