Schwerer Verkehrsunfall in Hamburg
Am frühen Donnerstag Abend waren wir auf dem Weg in die Hamburger Innenstadt als vor uns ein PKW widerrechtlich links vom Mc Donald-Parkplatz auf die Langenhorner Chausse abbiegen wollte. Dabei übersah der Fahrer den links von mir fahrenden PKW der frontal in das Fahrzeug fuhr.
Die Insassen des Unfallverursachers kamen relativ glimpflich davon während die Beifahrerin im anderen Fahrzeug mit dem Kopf so stark gegen die Windschutzscheibe geschleudert wurde, dass diese zerbrach. Die Folge war unter anderem eine stark blutende Kopfplatzwunde. Der Fahrer wurde von dem einzigen im Fahrzeug befindlichen Airbag abgefangen. Eine dritte Person auf dem Rücksitz erlitt einen Schock.
Zufällig befand sich eine Polizeistreife ebenfalls auf dem Parkplatz die sofort zur Stelle war und den Rettungsdienst anforderte. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen als einer der ersten an der Unfallstelle zu sein. Nachdem ich mich den Beamten als Sanitäter vorgestellt hatte, konnte ich völlig ungehindert arbeiten.
Kleine Problem bereitete die Kommunikation, da die am stärksten betroffene Person kein deutsch sprach. Der Fahrer des Wagens fungierte als Dolmetscher und den Rest konnten wir in englischer Sprache klären. Zeitweise drohte die Verletzte das Bewusstsein zu verlieren aber es gelang uns sie wach zu halten und die Erstversorgung im Fahrzeug durchzuführen.
Nach einer kurzen Übergabe übernahm dann der Rettungsdienst. Ich hinterließ noch meine Personalien und die Beamten, die sich sehr nett bei mir bedankten, lotsten mich aus der Unfallstelle und wir schafften es gerade noch rechtzeitig ins Theater.
Fazit: Es ist ein beruhigendes Gefühl nicht nervös daneben stehen zu müssen sondern aktiv und effektiv Hilfe leisten zu können. Ich hatte mir schon so manches mal ausgemalt wie es wohl wäre in so eine Situation zu kommen und ich bin erstaunt und erfreut wie ruhig und überlegt ich meiner Meinung nach gehandelt habe. Regelmäßiges Üben und die Erfahrungen im Umgang mit Patienten die ich als Praktikant auf dem RTW machen konnte gaben mir die Sicherheit richtig zu handeln.
Denkt mal darüber nach bevor ihr einen Dienstabend absagt weil mal wieder Fallbeispiele auf dem Dienstplan stehen und diejenigen die nicht aktiv beim Kreuz sind sollten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse bei nächster Gelegenheit auffrischen.

30. Oktober 2009, 22:22 Uhr
ich finde es immer wieder schön Deine Berichte zu lesen und freue mich, dass Du bei uns was “fürs Leben” mitnehmen kannst.
Bis bald mal wieder auf dem RTW
1. November 2009, 11:04 Uhr
Prima, dass Du helfen konntest. Ich wüsste im Moment nicht, ob ich als beteiligter Laie alles richtig gemacht hätte. Demnach wird es ‘mal wieder Zeit über eine Auffrischung in Sachen “Sofortmaßnahmen” nachzudenken.