Heide und Peter oder Sympathie aus meiner Sicht

Politiker, Politiker sollte man eigentlich an ihren Leistungen messen. Ich bin da etwas anders. Bei mir hat jemand gewonnen oder verloren ja nach dem wie sympathisch er oder sie ist. Natürlich lässt sich mein Urteil noch Koregieren aber der erste Eindruck ist mir relativ wichtig.

Dass das gerade bei Politikern völlig falsch ist weiß ich selbst, es gibt einen Haufen unsympathische Menschen die Großes geleistet haben, keine Frage aber bei mir steht erst einmal der Mensch als Mensch im Vordergrund. Es ist mit Sicherheit auch so, dass ich von guten Leistungen voreingenommen sein kann und wenn ich die betreffende Person erst dann kennen lerne, hat sie es wohl auch leichter, in meinen Augen sympathisch zu erscheinen. Willi Brand war mir sympathisch, Helmut Schmid ist mir sehr sympathisch, Helmut Kohl mag ich nicht und das ist nicht von der Partei abhängig denn, Herbert Wehner zum Beispiel ist mir auch unsympathisch. Ob das alles so richtig ist, darüber kann man sich streiten aber das ist jetzt nicht das Thema.

Heide war mir von Anfang an sympathisch. Nein, nicht weil sie eine Frau ist, ich kenne viele Frauen die mir zum Teil sehr unsympathisch sind, Heide hat eben das gewisse Etwas welches sie mir sympathisch erscheinen lässt. Daran hat sich auch nichts geändert, sie verhielt sich, ich von ihr erwartet habe. Ich hatte das Glück, Frau Simonis persönlich kennen zu lernen. Als sie und Herr Runde die Firma, in der ich beschäftigt bin, besuchten, nahm sie sich die Zeit und wechselte einige Worte mit uns. Ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet.

Dann kam dieser Sanitätsdienst anlässlich des Abschlussempfanges vom Schleswig Holstein Musikfestival auf Gut Schierensee. Gut Schierensee bei Kiel gehört dem Brillenkönig Fielmann und jedes Jahr vor dem Abschlusskonzert in Kiel gibt es dort einen feudalen Empfang. Unter anderem ist auch der oder die Ministerpräsident(in) des Landes geladen. Wir Sanitäter sitzen unten mit den Fahrern und oben wird bei klassischer Musik edelst gespeist und getrunken. Wenn sich dann die ganze Bande auf den Weg nach Kiel zum Konzert macht fahren die großen Wagen vor, um die kostbare Fracht in sich aufzunehmen. Um zu den Wagen zu kommen, müssen die Herrschaften eine kleine Treppe herunter gehen. Weil es an diesem Abend regnete, standen wir in der Nähe dieser Treppe, da es ja hätte passieren können, dass jemand mit seinen polierten Schuhen auf den nassen Stufen in Rutschen und dann zu Fall kommt. An diesem Abend passierte nichts dergleichen.

Die Gruppe war schon recht spät dran und Heide kam mit ihrem Mann diese Treppe herunter und wollte zum Wagen eilen, als sie uns dort stehen sah. Sie drehte sich um und kam zu uns rüber, gab uns die Hand, erkundigte sich ob, wir etwas zu tun hatten und bedankte sich bei uns, während ihr Gatte sie zur Eile antrieb. Ich hatte nichts anderes erwartet und genau so war es dann auch. Das war Heide.

Nun sitzt Peter Harry auf ihrem Stuhl und er war mir von Anfang an unsympathisch. Ich weiß nicht einmal warum aber wenn ich ihn sehe stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.
Nun ja, es war wieder dieser Empfang auf Gut Schierensee und ich hatte wieder Sanitätsdienst. Wir waren wieder unten und die Herrschaften oben. Es kam wieder die Zeit in der die Herrschaften sich schnell zu ihren Wagen begeben mussten, weil es auch wieder regnete. Wir standen auch wieder an der Treppe und es geschah genau das, womit ich nicht gerechnet hatte.
Nein, es ist keiner die Treppe herunter gefallen. Plötzlich stand unser Ministerpräsident vor uns, groß und bullig, reichte uns seine fleischige Hand und fragte ob wir schön aufgepasst hätten, dass nicht passiert.
Erst wollte ich erwidern: „Herr Ministerpräsident, wir sind nicht da um aufzupassen, dass nichts passiert, wenn wir gerufen werden ist bereits etwas passiert und unsere Aufgabe ist es, den entstandenen Schaden zu begrenzen Herr Ministerpräsident.“
Aber da war er auch schon wieder weg und ich will ihm mal zugute halten, dass er als Ministerpräsident von Schleswig Holstein bestimmt andere Dinge im Kopf hat, als so spontan über die Aufgaben des Roten Kreuzes im Bilde zu sein und genau das bestätigt auch meinen zweiten Eindruck. Erst dachte ich: Mann, der ist vielleicht doch nicht so unsympathisch, sollte ich mich geirrt haben? Aber dann erinnerte ich mich an einen gut gekleideten Herren, der schon eine Weile an der Treppe stand und immer zu uns und wieder nach oben sah. Kurz bevor Peter dann kam, war der Mann verschwunden. Nun bin ich mir sicher, dass der ihm gesteckt hat, er solle doch mal bei uns vorbei kommen um zu zeigen welch ein toller Ministerpräsident er ist.
Also, da pfeif ich dann auch drauf und wenn er dreimal der Ministerpräsident von Schleswig Holstein ist. Ich habe sowieso lieber die Hand von Heide als die Pranke dieses Herren geschüttelt. Ob es nun Menschenkenntnis ist oder wer weiß was, Peter Harry ist und bleibt mir unsympathisch, vorläufig jedenfalls…

Ein Kommentar zu “Heide und Peter oder Sympathie aus meiner Sicht”

  1. Floschi
    11. September 2006, 17:36 Uhr
    1

    da stimme ich Dir zu – welch ein “Pseudo-Sympath”…

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