Faust

…die Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, viel zitiert und besprochen, war bisher eigentlich kein Thema für mich. Man hat schon einiges davon gehört, von legendären Theateraufführungen wobei hier immer der Name Gustaf Gründgens fällt oder als Pflichtlektüre für Oberschüler denn, wer Faust nicht gelesen hat, dem fehlt ein großer und wichtiger Teil deutscher Literatur.

Bisher bin ich ohne Dr. Faust, Mephisto und Gretchen ganz gut klargekommen und es würde auch weiterhin gehen aber mittlerweile ist mein Interesse an diesem Werk erwacht und ich habe mir vorgenommen, mich in den Kreis dieser Wissenden einzulesen.
Nun werden sich einige vielleicht fragen, was mich zu dieser Denke bewogen hat, liegt es am fortgeschrittenem Alter, aus welchem manchmal Vernunft und Einsicht resultiert?
Nö, eigentlich nicht, obwohl das mit Sicherheit auch eine Rolle spielt, denn wenn mir das gestern erlebte vor 25 Jahren beschert worden wäre, weiß ich nicht, ob ich mich dann schon bereiterklärte hätte, den Faust freiwillig zu lesen, denn gestern habe ich Faust gesehen.
Nun reicht meine Einsicht und Vernunft doch noch nicht um mir den Faust aus freien Stücken anzutun, vielmehr bin ich durch das Abo im Ohnsorg Theater mit diesem Stoff in Berührung gekommen und es hat mich berührt.
Faust, das Werk der Werke und dann noch auf Platt, eine für mich nicht so ungewöhnlich Kombination, da ich den Faust bis dato noch nicht kannte und mir im Ohnsorg schon andere Platt-gemachte Klassiker untergekommen sind.
Mich hat diese Aufführung aber vielleicht gerade deswegen berührt, da solche schauspielerischen Emotionen selten in diesem Theater sind und das nicht jedermann Sache ist, da einige wenige zur Pause gegangen sind.
Zugegeben, man muss sich erst etwas reinhören aber selbst wenn nicht jeder Satz verstanden wird, ist es ein beeindruckendes Erlebnis.
Uwe Friedrichsen, zum dritten Mal als Gastschauspieler am Ohnsorg Theater, gibt einen überzeugenden und fesselnden Mephisto (soweit ich das beurteilen kann) aber neben Joachim Bliese als Dr. Faust hat mich Gretchen fasziniert, gespielt von der jungen Schauspielerin Sonja Stein. Mit Sicherheit bin ich nicht in der Lage, hier schauspielerische Leistungen objektiv zu beurteilen, da mir der vergleich fehlt, ich kann nur wiedergeben, dass ich gefesselt war.
Dort wo sonst Komödie und Klamauk gegeben wird, kommen von einer schlicht aber effektiv ausgestatteten Bühne, 100 % Emotionen in den Saal. Liebe, Lust, Verlangen, Hass, Verzweiflung wird so überzeugend vermittelt, dass es mich so weit gebracht hat, diesen Bericht zu schreiben.
Wer also einigermaßen Platt versteht und wer Interesse an großem Theater auf kleiner Bühne hat, der sollte sich diese Aufführung antun. (Weitere Infos hier)
Ich werde mir nun den Faust besorgen und mich an dunklen Winterabenden mit diesem Thema befassen.

Ein Kommentar zu “Faust”

  1. Jürgen
    6. Januar 2008, 13:14 Uhr
    1

    Hallo Karsten, Alles Gute zum Neuen Jahr wünschen Jürgen u. Ursel. Für Dein Fotohoby habe ich noch 2 Tipps. Für die Bearbeitung / Optimierung der Fotos kann ich Dir “Photoshop Album Starter Edition” wärmstens empfehlen und für die Sortierung und einfache Bildbearbeitung bietet sich “Picasa 2″ von Google an. Beides sind Freeware Tools.

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