Archiv für Januar, 2009

Schicksal

Montag, 19. Januar 2009

elektroden.jpgGenau vor einer Woche wurde uns auf eine ziemlich unmissverständliche Art gezeigt, wie schnell und unerwartet das Schicksal zuschlagen kann. Heute wiederum war es uns vergönnt demjenigen gegenüber zu stehen dem wir mit viel Glück dieses Schicksal ersparen konnten. Wenn auch nur kurz, weil ein Untersuchungstermin an stand, so konnten wir uns doch eine kleine Weile unterhalten. Es tat saugut ihn so zu sehen. Dem Kollegen geht es erstaunlich gut. Er sieht gut aus und die Kurzzeiterinnerungslücken sind mittlerweile auch wieder geschlossen nur DER Tag und der darauf folgende sind bisher total aus der Erinnerung verschwunden. Nun weiß er auch wer für die Schmerzen in seiner Brust verantwortlich ist. Ab nächste Woche steht erst einmal eine dreiwöchige Reha in Segeberg in seinem neuen Programmheft und dann werden wir weitersehen. Als kleines Andenken haben wir ihm die Elektroden unseres Defibrillator geschenkt mit Datum und Uhrzeit seines zweiten Geburtstages.

Das Leben kann richtig schön sein…

Dienstag, 13. Januar 2009

…wenn man so gute Nachrichten bekommt wie eben. Der Herzinfarkt ist wieder wach und er flachst schon wieder wie es seine Art ist. Er wundert sich nur warum er Schmerzen in der Brust hat….

Der Schock fürs Leben

Montag, 12. Januar 2009

Defi.gifHeute trat das ein wofür wir immer wieder üben und doch hoffen es nie anwenden zu müssen.
Die Betriebssanitäter wurden heute Morgen alarmiert und wir fanden einen Kollegen mit Herzinfarkt zusammengesunken noch in seinem Stuhl sitzend. Es fiel mir im Nachhinein auf, dass ich ab dem Moment nicht mehr nachgedacht habe sondern eine bestimmte Routine (die ich nur von den Übungen habe) ab gespult wurde. Neu für mich, und eine ganz besondere Erfahrung, war die Anwendung unseres AED-Plus (Automatisch Externer Defibrillator)in einer Realsituation, der relativ schnell vor Ort war. Alles was ich bisher in Theorie und Praxis an Puppen gelernt hatte funktionierte erstaunlich gut, Herzdruckmassage bis die Elektroden einsatzbereit sind, aufkleben der Elektroden, Reanimation bis der AED in den Analysemodus geht, kennt man ja und dann plötzlich: Schock empfohlen!
Mein Gott, ich soll da jetzt mehrere hundert Volt in meinen Kollegen hinein jagen? Das und genau das war der Punk, mein Kollege, nicht irgendein Fremder sondern ein Mensch den Du schon mehrere Jahre kennst, dem Du heute Morgen noch einen schönen guten Morgen gewünscht hast, mit dem wir uns einmal in der Woche zum Würstchen essen treffen, der immer gut drauf ist, der Fahradfahrer vorm Herrn und dem sollst Du nun solch einen Stromstoß verpassen?
Ja genau das, Du sollst es nicht, Du musst denn sonst ist er innerhalb kürzester Zeit hinüber. Diese Erkenntnis kam mit dem aufleuchteten der roten Lampe und schon zuckte der ganze Körper wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte. Diese Prozedur mussten wir noch zwei mal wieder holen und ab und zu sah es danach aus, dass er wiederkommen würde auch weil er selbstständig nach Luft schnappte, bis dann endlich der Notarzt mit der RTW-Besatzung kam und mich und meinen Sanitätskollegen erlöste.
Diese mussten ebenfalls noch zwei weitere Schocks abgeben bis wieder ein Rythmus zu erkennen war. Wärend der weiteren Behandlung soll der Kollege einen zweiten und draußen im Rettungswagen noch einen dritten Infarkt erlitten haben.
Ich weiß noch nicht ob er es geschafft hat aber ich weiß, dass wir unser möglichstes getan haben und dass er ein kräftiger Kerl ist und nun ist es eine Sache zwischen ihm und seinem Schöpfer. Ich bin sehr gespannt ob und was er alles von dieser Aktion mitbekommen hat und hoffe und wünsche sehr, dass er es mir demnächst berichten kann.

Jahreswechsel

Samstag, 03. Januar 2009

Feuerwerk.jpgDen Jahreswechsel haben wir bei meinen Eltern erleben können die im Süden von Norderstedt in einem etwas höheren Haus mit Blickrichtung Süden leben und einem phantastischen Blick über Hamburg haben. Da die Sicht zur Jahreswende dann auch relativ gut war und nicht so vernebelt wie in den letzten Jahren, bot sich uns ein wunderbares Schauspiel.

Wir wünschen allen ein gutes, ein erfolgleiches, ein schönes, ein glückliches und gesundes Jahr 2009.

Nehmen wir das was kommt, wie es kommt weil wir in den meisten Fällen sowieso wenig Einfluß darauf haben und verschleudern nicht sinnlos Energie an Dinge die wir nicht ändern können ohne aber den Blick für das zu verlieren, welches zu verändern in unserer Macht steht.