Unweit von Ringköbing an der Dänischen Nordseeküste steht er, einer der ersten seiner Art, ein Urgroßvater der Windgeneratoren. Lange bevor in Deutschland der Versuch unternommen wurde mit dem Growian (Großwindanlage) zu beweisen, dass die Windenergie keine Zukunft hat, lieferte dieser Windgenerator erfolgreich Strom. Begonnen hatte alles im Jahre 1975.
Zu Zeiten in denen die Atomkraft in aller Munde war, ersannen einige dänische Lehrer der Schule in Tvind eine Möglichkeit, ihre Schule mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen. Heraus kam die, mit einer Höhe von 54 Metern und einem Rotordurchmesser von ebenfalls 54 Metern, damals größte Windmühle der Welt.
Steigende Energiekosten führten auch in Dänemark dazu, dass über Atomkraft diskutiert wurde. Bis heute gibt es in diesem Land keine Atomenergie und es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Projekt einen großen, wenn nicht sogar den größten Anteil daran hat.
Vom ersten Spatenstich am 29. Mai 1975 bis zum ersten Betrieb der Mühle am 26. März 1978 wurde gewühlt und geackert, finanziert von den Lehrern der Schule. Fast alles durch Eigenleistungen der Lehrer, Schüler und Studenten. Mit zum Teil einfachsten Mitteln und viel Fantasie wurden die Kosten möglichst gering gehalten. Als Beispiel sei hier die Hauptrotorwelle genannt, die ursprünglich die Schraubenwelle eines Tankers war und von einem Schiffsfriedhof in Rotterdam stammt.
Ein riesiges Gemeinschaftsprojekt welches bewiesen hat dass im Prinzip alles machbar ist wenn genügend Menschen ein Ziel verfolgen, daran glauben und das auch entgegen vieler Meinungen der Energieexperten die diese Projekt für nicht realisierbar hielten.
Das ist nun schon über 30 Jahre her und von Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten abgesehen liefert dieser Urgenerator bis heute zuverlässig saubere Energie. Als ich 1979 zum ersten mal die „Mühle“ besuchte erwarb ich dort ein Poster mit einem Bild des Generators und der Aufschrift: Lasst 1000 Mühlen blühen. Seht euch um, es sind weit mehr geworden.
Eine faszinierende Geschichte, mehr davon gibt es hier: www.tvindkraft.dk
Einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung im Fuß des Generators seht ihr wenn ihr auf die Bilder klickt.