Archiv für August, 2008

Abschalten

Donnerstag, 21. August 2008

buch.jpgEgal ob es warm ist und die Sonne zum Baden verführt oder ob starker Wind an den Drachenleinen zerrt, ob sturmgepeitschter Regen an die Scheiben trommelt oder gewaltige Gewitter über das Land fegen, alles ist hier zu haben und alles hat seinen Reiz.mann02.jpg Hier herrscht Abwechslung und selbst die Wettervorhersage kann nur eine grobe Richtung vorgeben. Man muss es nehmen wie es kommt und passt sich an. Es ist schön, dass der Kuchen hier quitsch süß ist und und die Luft nach Salz schmeckt. Man hat nichts zu tun und ist doch immer beschäftigt und wenn man dann noch eine ungesicherte Wlan-Verbindung erwischt, fehlt es eigentlich an nichts mehr. Obwohl, etwas sehr entscheidendes fehlt doch und ich werde möglichst bald damit hierher zurück kehren.

Windenergie

Mittwoch, 20. August 2008

wind00.jpgUnweit von Ringköbing an der Dänischen Nordseeküste steht er, einer der ersten seiner Art, ein Urgroßvater der Windgeneratoren. Lange bevor in Deutschland der Versuch unternommen wurde mit dem Growian (Großwindanlage) zu beweisen, dass die Windenergie keine Zukunft hat, lieferte dieser Windgenerator erfolgreich Strom. Begonnen hatte alles im Jahre 1975.
Zu Zeiten in denen die Atomkraft in aller Munde war, ersannen einige dänische Lehrer der Schule in Tvind eine Möglichkeit, ihre Schule mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen. Heraus kam die, mit einer Höhe von 54 Metern und einem Rotordurchmesser von ebenfalls 54 Metern, damals größte Windmühle der Welt.
wind02.jpgSteigende Energiekosten führten auch in Dänemark dazu, dass über Atomkraft diskutiert wurde. Bis heute gibt es in diesem Land keine Atomenergie und es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Projekt einen großen, wenn nicht sogar den größten Anteil daran hat.
Vom ersten Spatenstich am 29. Mai 1975 bis zum ersten Betrieb der Mühle am 26. März 1978 wurde gewühlt und geackert, finanziert von den Lehrern der Schule. Fast alles durch Eigenleistungen der Lehrer, Schüler und Studenten. Mit zum Teil einfachsten Mitteln und viel Fantasie wurden die Kosten möglichst gering gehalten. Als Beispiel sei hier die Hauptrotorwelle genannt, die ursprünglich die Schraubenwelle eines Tankers war und von einem Schiffsfriedhof in Rotterdam stammt.
Ein riesiges Gemeinschaftsprojekt welches bewiesen hat dass im Prinzip alles machbar ist wenn genügend Menschen ein Ziel verfolgen, daran glauben und das auch entgegen vieler Meinungen der Energieexperten die diese Projekt für nicht realisierbar hielten.
wind03.jpgDas ist nun schon über 30 Jahre her und von Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten abgesehen liefert dieser Urgenerator bis heute zuverlässig saubere Energie. Als ich 1979 zum ersten mal die „Mühle“ besuchte erwarb ich dort ein Poster mit einem Bild des Generators und der Aufschrift: Lasst 1000 Mühlen blühen. Seht euch um, es sind weit mehr geworden.
Eine faszinierende Geschichte, mehr davon gibt es hier: www.tvindkraft.dk
Einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung im Fuß des Generators seht ihr wenn ihr auf die Bilder klickt.

Ringelnatter

Montag, 18. August 2008

bunker01.jpgEtwa 4 Km nördlich von Söndervig liegen ca. 40 Bunker. Überreste einer Radarstation der Luftwaffe die im 2.ten Weltkrieg den Namen „Ringelnatter“ trug. Zum Teil gut getarnt in den Dünen, zum Teil aber freigelegt von Wind und Wellen frei und offen am Strand oder im Wasser.bunker02.jpg Diese Radarstation aus dem Jahre 1941 war Teil des Atlantikwall der sich von den norwegischen Fjellen im Norden bis zur spanischen Grenze im Süden erstreckte. Die Radarantennen und die Anlage hatten den Zweck, Flugzeugbewegungen auf mehrere hundert Kilometer Abstand entdecken zu können und die deutschen Jäger gegen die alliierten Flugzeuge zu lenken.bunker03.jpg Die hier stationierten Flakbatterien bekämpften immer wieder feindliche Bomberströme, auf ihrem Ein- und Ausflug in das Deutsche Reich. Das Monument einer unschönen Geschichte die sich wegen der Massen an Beton nicht so einfach aus dem Weg räumen lässt. bunker04.jpgEs ist beklemmend und faszinierend zugleich sich auf diesem Gelände zu bewegen und hier und da mal einen Blick in die zwar leeren aber zum Teil noch gut erhaltenen Bunker zu werfen. Beim umher streifen versucht man sich immer wieder vorzustellen wie es wohl war als diese Anlage „betrieben“ wurde. Es gibt mittlerweile reichlich Literatur und Informationen im Internet über diese Epoche der Geschichte und auch im speziellen zu dieser(n) Anlage(n).bunker05.jpg

Kitedancer

Mittwoch, 13. August 2008

kite.jpgeine neue Disziplin, die es wohl schon gibt, die ich aber hier in Dänemark für mich entdeckt habe. Es bedeutet nicht nur einen Lenkdrachen am Himmel tanzen zu lassen sondern mit dem Drachen zu tanzen.
Man nehme einen mittelgroßen Lenkdrachen, nicht so ein billig knatter und Krachteil sondern einen der durch eine eingebrachte Spannsehne im Flügelsaum ruhig rauschend seine Bahnen ziehen kann. Dann braucht man noch einen MP3-Player mit schöner chilliger Musik und dann benötigt man einen gleichmäßig mittelstarken Wind. Diese Kombination versetzt den „Piloten“ in die Lage sich harmonisch mit dem Drachen zu den Klängen der Musik zu bewegen.
Es ist sogar möglich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit mit Hilfe der unterschiedlichen Zugrichtungen- und Kräfte, Tanzschritte auf den Strand zu legen. Es mag zwar für die anderen Leute etwas merkwürdig aussehen zumal sie ja nicht in der Lage sind die Musik zu hören aber es macht einen heiden Spaß und hatte zumindest auf mich eine wunderbar entspannende Wirkung.
Vielleicht nicht jedermanns Sache aber eine tolle Erfahrung. Wenn man sich dann auf ein bestimmtes Lied eingespielt hat, ist es nur etwas problematisch den MP3-Player zu bedienen ohne den Drachen abstürzen zu lassen. Wie überall finden sich aber auch hier Mittel und Wege diese Problem zu umgehen. Ich habe hier ja noch etwas Zeit um diese Sportart zu perfektionieren.

Aus

Freitag, 01. August 2008

ja, ihr habt richtig gelesen, es ist aus, aus und vorbei, Sense, die nächsten drei Wochen muss ich keinen Fuß auf das Gelände meines Arbeitgebers setzten weil, ich hab nämlich jetzt Urlaub. Drei lange Wochen, (die in drei Wochen so kurz erscheinen werden) mal nicht in den Laden. Allen denen es ähnlich ergeht, ob nun vor mir, mit mir oder nach mir, wünsche ich einen erholsamen Urlaub. Chiao